Aktuelle Projekte

Heckengeister & Klettermeister

Lebensader Ufervegetation

Flugkorridore für Fledermäuse im Oberaargau

Wiesellandschaft Jurapark

Wildwechsel (Stadt Bern)


Heckengeister & Klettermeister

Schlafmäuse, auch Bilche genannt, gehören zu den Nagetieren. Wie ihr Name verrät, schlafen sie viele Monate pro Jahr. Typische Körpermerkmale der Bilche sind der buschige Schwanz und die grossen Kulleraugen. Im Mittelland und Jura leben drei Arten. Obwohl alle einfach zu identifizieren sind, wissen wir herzlich wenig über ihr Vorkommen und die Verbreitung.

 

Zusammen mit dem Naturmuseum Solothurn startete Quadrapoda das Projekt "Heckengeister & Klettermeister". Das Projekt zielt darauf ab, die Verbreitung aller drei potentiell vorkommenden Schlafmausarten im Mittelland und in der Jurakette der Kantone Solothurn und Bern zu überprüfen und zu erweitern.

 

So wurden in den letzten Jahren überraschend wenig Siebenschläfer gemeldet. Dabei ist nicht klar, ob die Art häufig ist und nur selten gemeldet wird - oder ob lokale Bestände stark zurückgegangen sind. Ein spezieller Fokus liegt zudem auf dem Gartenschläfer: Im Kanton Solothurn wurde die Art das letzte Mal im Jahr 1919 nachgewiesen - vor über 100 Jahren! Im Berner Jura wurde die Art einmal in den letzten 20 Jahren beobachtet.

 

Im Rahmen von Heckengeister & Klettermeister rufen wir die Bevölkerung auf, ihre Beobachtungen von Siebenschläfer, Haselmaus und Gartenschläfer im Kanton Solothurn und dem Berner Mittelland sowie Berner Jura über die Plattform solothurn.wildenachbarn.ch zu melden.

 

Die Beobachtungen werden der nationalen Datenbank der Fauna weitergeleitet. Die Daten aus dem Kanton Bern fliessen zudem in den Aktionsplan Schlafmäuse des Kantons Bern ein, der vom Verein Minimus erstellt wird.

 

Auf der Webseite des Naturmuseums Solothurn finden sich weitere Informationen.

 

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Das vorliegende Projekt ist ein Unterprojekt im Rahmen der Wilden Nachbarn Solothurn und wird finanziell unterstützt von

 

Däster Schild Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Stiftung Temperatio und Regio Energie Solothurn für die finanzielle Unterstützung.


Lebensader Ufervegetation

Bäche und die dazugehörige Ufervegetation sind oft die letzten Vernetzungsachsen für Tiere in einer sonst ausgeräumten Landschaft. Doch hier besteht dringend Handlungsbedarf. Viele Bäche wurden in den letzten 50 Jahren eingedolt. Die restlichen Gewässer wurden stark eingeengt. Dabei wurde der Ufervegetationsstreifen stark verringert oder so gestaltet, dass er nicht mehr naturnah ist.

Zusätzlich zur Bedeutung als funktionelle Vernetzungsachse fehlen den Fliessgewässern vielerorts Kleinstrukturen wie beispielsweise Ast- und Steinhaufen und Feuchtstellen. Solche Strukturen bieten Unterschlüpfe, Aufzuchtsorte aber auch Überwinterungsplätze für viele Tierarten. Vor allem in stark anthropogenen Landschaften, wo Landwirtschaft aber auch Freizeitaktivitäten in unmittelbarer Nähe von Gewässer betrieben werden, braucht es eine grosse Anzahl Rückzugsorte entlang dieser Verbindungsachsen.

Die zahlreichen Gewässer, die das Grosse Moos queren, bieten hierbei ein grosses Potential. Mit relativ geringem Aufwand können die Uferbereiche ökologisch aufgewertet werden, so dass eine flächendeckende Vernetzung wieder hergestellt werden kann. Zielarten sind die beiden Wieselarten, Fledermäuse und die Haselmaus. Trägerschaft des Projekts ist der Biotopverbund Grosses Moos.

Erste Aufwertungen fanden 2019 am Stägmattenkanal statt. In Absprache mit dem AWA und in Zusammenarbeit mit Pro Natura Seeland pflanzten freiwillige Helferinnen und Helfer Gebüschgruppen und schichteten Asthaufen auf.

Das Video wurde am Stägmattenkanal aufgenommen und für die derzeitige Sonderausstellung zu Wiesel im Naturmuseum Solothurn produziert: www.naturmuseum-so.ch.

Das Projekt Lebensader Ufervegetation wird von der Abteilung für Naturförderung des Kantons Bern, der Stotzer-Kästli Stiftung und der Susanne und Martin Knechtli-Kradolfer-Stiftung finanziell unterstützt. Das Projekt wird eng vom Amt für Wasser und Abfall begleitet. Die Aufwertungen werden in Zusammenarbeit mit Pro Natura Seeland durchgeführt.


Flugkorridore für Fledermäuse im Oberaargau

Es gibt über 23 Arten Fledermäuse im Kanton Bern. Alle sind geschützt und doch sind die meisten Bestände rückläufig. Ein Grund dafür sind fehlende Flugkorridore zwischen Quartier und Jagdrevier. Dabei nutzen Fledermäuse Hecken, Waldränder, Baumalleen und andere Strukturen im Raum. Wo der Abstand zwischen zwei Gebüschgruppen oder Bäumen mehr als 20 Meter beträgt, kann das bei einigen Arten wie den Langohren oder den Hufeisennasen bereits als Barriere wirken.

Auch im Oberaargau sind zahlreiche Fledermausarten vorhanden - und die Vernetzung zwischen Quartieren in Dörfern zu den umliegenden Wäldern sind oft sehr spärlich vorhanden. Mit neuen Hecken und neu gesetzten Bäumen werden in diesem Projekt bereits bestehende Flugkorridore aufgewertet und neue Korridore geschaffen.

 

Das Projekt wird unter anderem finanziert von der Abteilung für Naturförderung des Kantons Bern und dem Fledermausverein Bern.

 


Wiesellandschaft Jurapark

Das Mittelland gilt vielerorts als ausgeräumte und fragmentierte Landschaft. Speziell Arten, die an strukturreiche Landschaften gebunden sind, macht das Probleme. Die beiden Wieselarten Hermelin und Mauswiesel sind zwei dieser Arten, die auf die Verliererseite gehören.

Die Stiftung WIN Wieselnetz hat deshalb ein Grossprojekt zur schweizweiten Förderung und Vernetzung von Lebensräumen initiiert. Dabei werden grosse Räume ausgeschieden, die jeweils an Nationale Wildtierkorridore angebunden sind. Innerhalb dieser Räume werden die noch guten Lebensrauminseln aufgewertet und miteinander vernetzt - und die einzelnen eigenen Räume ebenfalls miteinander vernetzt. So wird die Durchgängigkeit gefördert und Lebensraum für diese kleinen und doch so grossen Jäger geschaffen.

Ein wichtiges Bindeglied innerhalb dieser Perlenkette aus Räumen ist das Gebiet des Juraparks Aargau. Als Teil der Projektleitung wirkt Quadrapoda bei der Planung und Aufwertung dieses Gebiets für Wiesel mit.

 

Zusammenarbeit mit UNA und dem Jurapark Aargau

Unterstützung von Temperatio Stiftung, Sophie und Karl Binding Stiftung, Jurapark Aargau


Wildwechsel

Wildwechsel ist ein spannendes Pilotprojekt von Stadtgrün Bern zur Förderung der Natur in der Stadt. Zweimal jährlich steht dann der grüne Baustellen-Wagen für jeweils einige Wochen an einem Standort in Bern und informiert und animiert die Quartierbewohner, "ihre" Natur in ihrem Quartier kennenzulernen und zu fördern. Hier finden spannende Exkursionen statt und Aktionen laden zum Mitmachen ein. Und der eine oder andere Quartierbewohner lässt sich für einen umweltfreundlichen Garten beraten.

 

Quadrapoda führt im Zusammenhang mit Wildwechsel seit 2018 jährlich eine öffentliche Führung zu Kleinsäuger durch.